Newsletter 06/2022

Im Moment gibt es sehr viele akute Hufrehe-Fälle.
Deshalb hier in Kürze ein paar Infos dazu:

Eine Hufrehe ist eine ausgedehnte, nicht eitrige Entzündung der Huflederhaut, die sehr akut oder auch chronisch schleichend kommen kann. Bei Hufrehe lockert sich die Verbindung zwischen dem Hufbein und der Hornkapsel, der Aufhängeapparat des Hufbeins wird zerstört, das Hufbein sackt ab oder es kommt zu einer Hufbeinrotation. Eine akute Rehe kann innerhalb weniger Stunden ausbrechen und schon nach zwei bis drei Tagen in die chronische Form übergehen.
Es wird unterschieden zwischen Fütterungsrehe, Wohlstandsrehe, Belastungsrehe, Geburtsrehe und toxischer Rehe.
Besonders gefährdet sind grundsätzlich übergewichtige Pferde und Pferde mit Stoffwechselerkrankungen (EMS, Cushing, KPU, usw.).

Fütterungsrehe
Durch Überfütterung, zu große Mengen an Eiweiß (Gras), Fructan (Gras) oder Stärke (Getreide), abrupte Futterumstellungen
Wohlstandsrehe
Eine vorausgehende Stoffwechselerkrankung wie EMS, KPU, Cushing erhöht aufgrund der vorliegenden Insulinresistenzen die Anfälligkeit für Rehe. Auch der langfristige Einsatz von Kortison kann bei Pferden einen Reheschub auslösen.
Belastungsrehe
Wenn krankheitsbedingt über lange Zeit ein Bein geschont wird und somit die Gesamtbelastung auf das vermeintlich gesunde Bein fällt, oder häufig Bewegung auf hartem Boden (z. B. Fiakerpferde), oder in Offenstallhaltung wenn große Flächen gepflastert, betoniert oder asphaltiert sind, rangniedrige Pferde.
Geburtsrehe
Wenn die Nachgeburt nicht abgeht oder Nachgeburtsreste noch im Uterus hängen, bilden sich Toxine und das Pferd vergiftet sich innerlich.
Toxische Rehe
Durch das Fressen von Giftpflanzen, langfristiges Verabreichen von Medikamenten (vor allem Kortison stellt hier ein großes Risiko dar), zu Überdosierung von Parasitenmittel. Des Weiteren können auch hormonelle Erkrankungen und Stress Auslöser für eine Rehe darstellen.

Pferde, die einmal an Rehe erkrankt waren, bleiben immer Risikopatienten.

Ausreichend Bewegung, Anpassen der Fütterung und für die Weide eine Fressbremse sind nötig um einen wiederholten Reheschub zu vermeiden!

Hufrehe ist immer ein Notfall! – Sofort tierärztliche Hilfe holen!

• Pferde sofort auf sehr weichen Boden stellen und Ruhe verordnen.
• Schmerzlinderung bringt das Kühlen vom Huf bis zum Fesselgelenk mit kaltem Wasser – am besten fließendes Gewässer oder mit dem Wasserschlauch – mehrmals täglich 10 bis 15 Minuten.
• VORSICHT! Kein eiskaltes Wasser verwenden, dass kann zu Kreislaufproblemen führen.
• Eine entsprechende Hufbehandlung/Hufbearbeitung bzw. ein spezieller Beschlag sind vom Hufschmied auszuführen.
• Nach Abklingen der hochakuten Phase kleine Runden – am besten auf feuchten Wiesen oder feuchtem Untergrund – im Schritt spazieren gehen (regt die Durchblutung an und ist wichtig für die Funktion des Hufmechanismus).

Zusatz-Tipp: Bachblüten Rescue Notfalltropfen
Behandlungs-Tipp: Eine Blutegel-Therapie mindert die Schmerzen und regt die Durchblutung an.

Homöopathische Therapie

Hier in kurzer Zusammenfassung die wichtigsten homöopathischen Mittel für einen akuten Hufrehe-Fall, gewählt je nach Symptomatik.

Aconitum C30/C200 Wichtiges Erstmittel bei akutem Krankheitsbeginn, wenn plötzliche Lahmheit der Vorderbeine auftritt.

Belladonna C30/C200 Das Pferd liegt flach, mit großen, ängstlichen Augen, Fieber, Hufe und Kronsaum sind deutlich erwärmt und pulsieren, starke Schmerzen, erhöhte Puls- und Atemfrequenz.

Bryonia C30/C200 Das Pferd liegt sehr viel, jede Bewegung verschlechtert, steht weder zum Fressen noch zum Saufen auf, deutliche Lahmheit und Entlastungshaltung; der Huf und der Fesselbereich sind deutlich erwärmt, schmerzhaft, das Pferd hat viel Durst; Hufrollenentzündung, Borreliose.

Hypericum C30/C200
Hauptmittel bewährt im Wechsel mit Ledum.
Ein sehr gutes Mittel bei chronischer und akuter Hufrehe, die Sohle ist fühlig, sehr schmerzhaft und warm, Pferde liegen viel und bewegen sich kaum, Huflederhautentzündung, starke Schmerzen, Vorderbeine weit nach vorne ausgestellt.

Ledum C30/C200
Hauptmittel bewährt im Wechsel mit Hypericum. Hufrollenentzündung, Hufknorpelfistel, chronische und akute Hufrehe, schmerzhafte Sohle, Borreliose. Pferde laufen sehr fühlig und nehmen eine deutliche Entlastungshaltung ein.

Möglichkeiten zur guten Unterstützung in der Fütterung:
• Clinotomeen (30 bis 40 g täglich)
• MSM – organische Schwefelverbindung (15 bis 20 g täglich)
• Teufelskralle (20 bis 30 g täglich – NICHT an trächtige Stuten verfüttern!)

Zur Unterstützung und Regeneration getrocknete Brennnessel füttern! Die Brennnessel wirkt blutverdünnend, blutreinigend, entgiftend und entzündungshemmend!